„Wie herrlich ist es nichts zu tun und dann vom Nichtstun auszuruhn.“
Ich liebe diese Zeilen von Heinrich Zille (1858-1929). Yoga und Meditation tun uns gut, aber manchmal tut es auch gut, dem Müßiggang zu frönen. Nichtstun ist so entspannend und macht produktiv. Ja, Müßiggänger sind kreativer. Und wäre es nicht toll, einfach mal wieder neue Geistesblitze zu erhalten?
Aber wie tue ich nichts? Kuschele dich zum Beispiel einfach aufs Sofa und starre Löcher in den Sternenhimmel, den Kamin oder einfach nur in die Luft. Am Anfang ist es schwierig, fällt dann aber immer leichter. Fange doch einfach mit wenigen Minuten an und verlängere nach und nach die Zeit. Ein tolle Erfahrung.
Dies ist übrigens wissenschaftlich belegt. Der amerikanische Neurowissenschaftler Marcus Raichle hat herausgefunden, dass es im Gehirn ein „Ruhezustand-Netzwerk“ gibt, das verschiedene Gehirnregionen einbindet. Es ist gerade dann hochaktiv, wenn wir herumhängen, dösen, die Gedanken schweifen lassen – also keinerlei zielgerichtete Aktivität verfolgen. Bei Probanden, die zu Testzwecken untätig und leicht gelangweilt in der Röhre eines Tomographen lagen, zeigte sich, dass ein spezifisches Netzwerk von Hirnarealen zu arbeiten begann. Raichle taufte die Kortex-Regionen „Default Mode Network“ (Ruhemodus-Netzwerk). Im Ruhemodus werden einerseits gegenwärtige Erfahrungen verarbeitet, andererseits beeinflussen auf diese Art aktivierte Hirnareale nachweislich die Kreativität. Das ist mit einer der Gründe, weshalb einem beim entspannten Nichtstun oft die besten Ideen, mitunter echte Geistesblitze kommen.

